Kohlenstoffneutralität ist ein Ziel, das darauf abzielt, die Menge der Treibhausgasemissionen (THG) mit der Aufnahmefähigkeit der Kohlenstoffsenken (Ozeane, Wälder…) auszugleichen. Für Frankreich ist der Zeithorizont auf das Jahr 2050 festgelegt, gemäß den Bestimmungen des Pariser Abkommens. Welche Verbesserungen sind auf Stadtebene möglich, um dieses Ziel zu erreichen?
Haupthebel zur Erreichung der CO₂-Neutralität in der Stadt
Es gibt mehrere Ansatzpunkte zur Verringerung des CO₂-Fußabdrucks auf verschiedenen Ebenen der Stadtgestaltung: Verkehr, funktionale Verteilung sowie Entscheidungen bezüglich Gebäude und Stadtmobiliar.
Mobilität
Die durchschnittlichen Pendelstrecken eines Berufstätigen verursachen jährlich 0,7 Tonnen CO₂-Äquivalent, über alle Verkehrsmittel hinweg.
Laut einer Studie des Insee aus dem Jahr 2023 gibt es einen deutlichen Rückgang der CO₂-Emissionen in Gemeinden, in denen der öffentliche Nahverkehr fußläufig gut erreichbar ist. Der beobachtete Rückgang liegt bei etwa 40 %. Die stadtplanerischen Entscheidungen im Bereich Verkehr spielen somit eine wesentliche Rolle bei der Erreichung der Ziele der CO₂-Neutralität.
Maßnahmen zur Förderung sanfter Mobilität sind beispielsweise die Einrichtung von Fahrradwegen und von Fußwegen, die durch Grünflächen von anderen Verkehrswegen getrennt sind. Das Umfeld ist ebenfalls wichtig. Nutzer verzichten eher auf den Komfort des eigenen Fahrzeugs, wenn die Alternative ein baumbestandener, sicherer und gut ausgestatteter Weg ist, insbesondere mit Mülleimern, Ruhebereichen (Bänke und Stühle) und öffentlichen Toiletten.
Die Viertelstundestadt
Die funktionale Durchmischung von Stadtvierteln ist ein Mittel, um CO₂-Emissionen durch Verkehr zu reduzieren. Dieser Ansatz steht im Gegensatz zur Zonierung und zielt darauf ab, die Funktionen Wohnen, Handel, Dienstleistungen, Verwaltung, Kultur sowie Sport und Freizeit zu bündeln.
Wenn die Durchmischung auf einem kleinen urbanen Raum konzentriert ist, reichen Fußgänger- und sanfte Mobilität aus, um die verschiedenen strategischen Punkte für die Einwohner im Alltag zu verbinden. Dieses Konzept, auch „Viertelstundestadt“ genannt, zielt darauf ab, diese wichtigen Ziele in weniger als 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar zu machen.
Mehrere Städte haben das Konzept umgesetzt oder befassen sich damit: Paris, Rennes, Nantes … Diese Transformation ist relativ komplex. Jede Metropole, jede Stadt und jedes Viertel erfordert eine individuelle Neuordnung. Mit der richtigen Formel kann diese Art der Stadtgestaltung die Lebensqualität und die wirtschaftliche Dynamik erheblich verbessern und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen reduzieren.